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Fachgerechte Fliesenverlegung. Welcher Klebstoff für welchen Boden | von Alfredo Zappa

Artikel veröffentlicht in: "Fachgerechte Fliesenverlegung"

Bei der Verlegung von Keramikbelägen ist die Wahl des Klebstoffes oder des Fliesenmörtels von wesentlicher Bedeutung für einen fachgerechten Aufbau und eine lange Lebensdauer des Belags. Neben den Herstellerangaben sollten daher die Hinweise aus dem Regelwerk UNI 11493 unbedingt zur Anwendung kommen, in dem die Wahl des Klebstoffes abhängig von den Projekteigenarten, dem Verwendungszweck des Belags, der Fliesenart und ihres Formates beschrieben werden.

 

Die Hauptdarsteller

Der Planer: erstellt das Verlegeprojekt unter Bezugnahme auf die Klassifizierung nach UNI EN 12004 und bestimmt den zu verwendenden Fliesenkleber.

Der Auftraggeber: liefert sämtliche Informationen zur gewünschten Nutzart der Räume und ihrer jeweilig erwarteten Belastung, die für den Planer für die Bestimmung der technischen Anforderung und die Wahl des Klebers erforderlich sind.

Der Fliesenleger: prüft die Qualität der Kleber und Mörtel, sorgt für die sachgerechte Lagerung an der Baustelle. Er kontrolliert den Untergrund und meldet offiziell eventuelle Projektabweichungen. Führt die Verfliesung mithilfe von passenden Klebstoffen oder Mörteln gemäß der Projektvorschrift und der Hinweise der Bauleitung durch.

 

Im Einzelnen

An dieser Stelle wird auf das Regelwerk UNI 11493 verwiesen, das dem Fliesenleger im Anhang D genaue und praktische Informationen für die Wahl und den Einsatz der verschiedenen Mörtel liefert. Für den Aufbau des Untergrundes ist die Norm UNI EN 13813 richtungsgebend.

Die erwähnte Norm UNI 11493 enthält Vorschriften zur Beschaffenheit des Untergrundes für die Verlegung von Fliesen mit Klebestoffen. Nicht entkoppelte Untergründe sollten mithilfe eines Primers verankert werden, vor allem im Falle von geringen Dicken (< 40 mm). Entkoppelte Untergründe (Dicke ≥ 40 mm), bei denen eine Trennschicht (Dampfsperre oder sonstige) eingezogen wird, erfordern den Einbau einer Randfuge. Gleiches gilt für schwimmende Estriche. In der Praxis handelt es sich um Estriche, die über eine Dämmschicht, sei es thermisch oder akustisch, entkopppelt werden. Da diese Schichten komprimierbar sind, muss der Estrichaufbau entsprechend bemessen und verstärkt werden, beispielsweise durch den Einzug von Maschennetzen. Ein immer mehr verwendeter Aufbau im Zuge energieeffizienter Bauweisen sind Heizestriche, in denen die Heiz- und Klimaanlage direkt eingezogen wird. Zusätzlich zu den Vorschriften für schwimmenden Estrich muss hier ein Estrich von ≥ 30 mm über den Rohren ausgebildet werden. Untergründe für den Wandbelag müssen vor allem eine perfekte Verankerung des Scherbens und Oberflächenwiderstand gewährleisten. Die Angaben zum Haftzug hängen vom bestimmungsgemäßen Gebrauch der Räume und den Hinweisen im bereits erwähnten Anhang D ab. Im Abschnitt zur Errichtung des Bodenbelags mit Zementmörtel unterscheidet das Regelwerk zwischen der Verlegung auf dem Untergrund oder auf der Entkopplungsmatte. In beiden Fällen muss die Mörtelschicht zwischen 4 und 10 cm dick sein. Bei Dicken von mehr als 6 cm sieht das Regelwerk den Einzug eines elektroverschweißten Maschennetzes vor und die Verlegung erfolgt mit Schlämme oder Trockenmörtel, wobei letzterer nicht für die Verlegung von Fliesen mit einem Format von mehr als 30×30 cm geeignet ist.

 

Weitere Informationen

Norm UNI 11493 -1:2016

Keramische Fliesenbeläge für Boden und Wand

Anleitungen für die Planung, Installation und Wartung

Kapitel: 8 – Planung

Abschnitt: 7.5 Verlegung mit Mörtel; 7.6 Verlegung mit Mörtel. Vorschriften zum Mörtelbett (Bodenbelag) und zum Putz (Wandbelag); 7.7 Verlegung mit Zementmörtel für den Bodenbelag. Voraussetzungen und Spezifikationen

Anhang: D – Übersicht zur Auswahl des Klebers abhängig von den Projekteigenarten und den ausgewählten Fliesen.

 

 

 

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