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Voraussetzungen für einen zeitlos schönen Boden | von Alfredo Zappa

Artikel veröffentlicht in: "Fachgerechte Fliesenverlegung"

Das breite Einsatzspektrum von Keramikfliesen erfordert eine aufmerksame Analyse der zu berücksichtigenden Parameter, wie Projektdaten, Einsatzort, Eigenarten des Untergrundes. Das Werkzeug für eine korrekte Analyse liefert das Regelwerk UNI 7999. Allgemeine Anforderungen sind im Regelwerk UNI 11493 enthalten und sortiert nach: Planmäßigkeit; Lebensdauer; Wartung/Reinigung; Sicherheit; Umweltverträglichkeit.

 

Die Hauptdarsteller

Der Planer: definiert die Baustoffe und Technik des Bauvorhabens, die zur Erfüllung der Anforderungen und Requisiten des Auftraggebers und der allgemeinen Zielsetzung des Projektes dienen.

Der Auftraggeber: liefert dem Planer sämtliche Informationen zu Bestimmung der Räume und ihrer voraussichtlichen Belastung, so dass gemeinsam mit dem Planer die Anforderungen und Leistungsmerkmale des Belages bestimmt werden können.

Der Fliesenleger: führt die Verlegung des Belags gemäß der Vorschriften aus und signalisiert zeitnah eventuelle kritische Situationen, welche die Ausführung negativ beeinflussen könnten.

 

Im Einzelnen

In Bezug auf die Planmäßigkeit sieht das Regelwerk eine ganze Reihe von Konformitätstests vor. Zur Erfüllung der Auflage ist nicht nur eine fachgerechte und korrekte Verlegung erforderlich, sondern auch die Wahl der Rohstoffe, technische Stimmigkeit, Art und Aufbau des Untergrundes, Auswahl des Klebstoffes/Mörtel. Die Prüfung der Planmäßigkeit erfolgt über Sichtprüfung, Ebenflächigkeit, Höhenunterschiede, Nivellierung in der Horizontalen (Bodenbelag), Nivellierung in der Vertikalen (Wandbelag), Fugenbreite und Geradlinigkeit der Versiegelungen. Für jeden Aspekt sind die Prüfmethoden genormt und die jeweiligen Geräte und zulässigen Toleranzwerte angegeben. Die gleiche Norm unterstreicht auch, dass die Lebensdauer des gesamten Aufbaus bereits in der Projektphase eine der obersten Prioritäten ist und die Wahl der Baustoffe und technischen Lösungsansätze beeinflusst. Zu berücksichtigende Faktoren sind hier: mechanische, chemische, thermo-hygrometrische Belastungen, sowie die voraussichtliche Trittbelastung des Fliesenbelags und sonstiger Baustoffe im Laufe der Nutzung. Ähnliche Ansätze gelten für die Wartung/Reinigung, wo die prognostischen Fähigkeiten in der Planungsphase einen entscheidenden Beitrag zur Zielerreichung leisten. Zum Thema Sicherheit gehören: Trittsicherheit und Ebenflächigkeit (zur Vermeidung von Stürzen und Stolperfallen), Brandverhalten (auch wenn Keramikfliesen bekanntlich feuerfest sind), Abgabe giftiger Emissionen speziell Flüchtiger Organischer Verbindungen (Keramikfliesen tendieren zu Null oder unwesentlichen Emissionswerten), Hygiene, Verletzungsgefahr durch spitze Ecken und Kanten. Das Regelwerk erinnert weiterhin, dass Sicherheit auch an Langlebigkeit und eventuelle Verschleißerscheinungen gebunden ist. Auch wenn die verwendeten Rohstoffe und Fertigungsverfahren umwelttechnisch immer strenger angewendet werden, legt das Regelwerk für die Umweltverträglichkeit fest, dass Baustoffe (Keramik, Klebstoffe, Versiegelungsmittel usw.) mit nachgewiesen geprüften und vom Hersteller angegebenen umweltfreundlichen Parametern verwendet werden.

 

Weitere Informationen

Norm UNI 11493 -1:2016
Keramische Fliesenbeläge für Boden und Wand
Anleitungen für die Planung, Installation und Wartung
Kapitel: 5 – Merkmale und Anforderungen für keramische Beläge
Abschnitt: 5.2. Planmäßigkeit; 5.3 Lebensdauer; 5.4 Wartung/Reinigung; 5.5 Sicherheit; 5.6 Umweltverträglichkeit; 5.7 Besondere Leistungsmerkmale
Anhang: B – Klassifizierung und Analyse der Betriebsbedingungen

 

 

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