Der Pritzker-Preisträger Shigeru Ban erneut auf der Cersaie | von Elena Romani

Termin
01.10.2021
Uhrzeit
11:00
Ort
Bologna (Italia )

Die große Architektur steht erneut im Mittelpunkt der Cersaie. Und wieder ist einer der Pritzker-Preisträger, Shigeru Ban, bei der diesjährigen Ausgabe der internationalen Keramikfachmesse für die Architektur und Badeinrichtung zu Gast. Der Termin mit dem japanischen Architekt, die erste Konferenz in Präsenz nach der Pandemie, steht für Freitag, den 1. Oktober 2021 um 11.00 Uhr im Palazzo dei Congressi von BolognaFiere auf dem Programm und wird vom Architekturhistoriker Professor Francesco Dal Co eingeleitet. Eine außerordentliche Veranstaltung in Präsenz, wenn man bedenkt, dass Architekt Shigeru Ban nach einem mehr als 16-stündigen Flug direkt aus Tokio kommt.
Die internationale Keramikfachmesse für die Architektur und Badeinrichtung (CERSAIE), die dieses Jahr vom kommenden 27. September bis zum 1. Oktober in Präsenz auf dem Messegelände in Bologna abgehalten wird, behauptet sich weiter als weltweit wichtigster Termin für die Keramik, die Badeinrichtung, die Architektur und das Design.

Shigeru Ban a Cersaie 2012

Shigeru Ban (Cersaie 2012).

Der japanische Architekt, der 2014 den Pritzker-Preis gewonnen hat, hat der Welt das unendliche Potential kostengünstiger und durch und durch natürlicher Materialien gezeigt und die Leichtigkeit und Nachhaltigkeit zu seinem stilistischen Merkmal auserwählt hat. 2012 trat er erstmals im Rahmen einer Konferenz zu seiner Erfahrung mit der Bewältigung der Wohnbedürfnisse infolge von Naturkatastrophen wie Erdbeben auf der Cersaie auf. Wie bereits auch in der Begründung der Jury des als „Nobelpreis“ der Architektur anerkannten Preises erwähnt, „ist die Nachhaltigkeit für Shigeru Ban nicht ein Konzept, das im Nachhinein aufzusetzen ist; es ist vielmehr intrinsisch mit der Architektur verbunden. Seine Werke setzen auf angemessene Produkte und Systeme, die im Einklang mit der Umgebung und dem spezifischen Kontext stehen, wobei nach Möglichkeit erneuerbare, vor Ort produzierte Baustoffe zum Einsatz kommen“.

Shigeru Ban ist nach Tom Mayne, Renzo Piano, Kazuyo Sejima, Eduardo Souto De Moura, Rafael Moneo, Toyo Ito, Glenn Murcutt, Norman Foster und Richard Rogers bereits der 10. Pritzker-Preisträge, der eine Lectio Magistralis auf der Cersaie hält.

Der 1957 in Tokio geborene Ban wurde nach seinem Studium in Japan und seiner Zusammenarbeit mit Arata Isozaki in den USA im Southern California Institute of Architecture und in der Cooper Union School of Architecture ausgebildet, die er 1984 abschloss. Im kommenden Jahr gründete er in seiner Heimatstadt das Studio Shigeru Ban Architects. Heute arbeitet er zwischen Tokio, New York und Paris und unter seinen innovativsten Werken ragen das Curtain Wall House, der Japan Pavilion Hannover Expo 2000, das Nicolas G. Hayek Center und das Centre Pompidou-Metz heraus. Er ist in der ganzen Welt für seinen Einsatz nach Notsituationen, Erdbeben oder anderen Naturkatastrophen bekannt, wo er kostengünstige Lösungen geplant hat. Es gibt Duzende von Projekten dieser Art wie etwa das Paper Log House, kostengünstige, schnell montierbare Wohnungen für Erdbebenopfer in Kobe, und die Paper Church ebenfalls in Kobe (1995), aber auch die Temporary Elementary School in Chengdu (China 2008), das Container Temporary Housing in Onagawa (Japan 2011) und sonstige Eingriffe in Türkei in Indien. Ein Engagement, das mit der Schaffung des VAN (Voluntary Architects’ Network), einer aus einem Netzwerk von direkt in diese Art von Projekten einbezogenen Fachleuten bestehenden NGO, zu einem gemeinsamen Anliegen wurde.
Neben dem Pritzker Prize im Jahr 2014 wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter die Thomas Jefferson Foundation Medal in Architecture (2005), der Ordre des Arts et des Lettres (2010) und der Auguste Perret Prize (2011). Ban war außerdem Mitglied der Jury des Pritzker Architecture Prize von 2007 bis 2009, Professor an der Keio University in Japan von 2001 bis 2008 und unterrichtete unter anderem an der Harvard University Graduate School of Design, an der Cornell University (2010) und an der Kyoto University of Art and Design.

 

Siehe auch Cersaie 2021 programme of events

 

Juli 2021