Was sind eigentlich Keramikfliesen? | von Livio Salvadori

Artikel veröffentlicht in: "Keramik: Ein Material, viele Einsatzbereiche"

Keramik ist eines der ältesten vom Menschen geschaffenen Baustoffe. Das belegen die unzähligen archäologischen Funde aus allen Epochen, wie Bodenbeläge, Gebrauchsgegenstände, Statuen, Dekorationen und Artefakte verschiedener Art aus Terrakotta, welche die Geburt und Entwicklung der Zivilisation an jedem Ort der Erde begleitet haben. Keramik ist aber auch eines der modernsten und fortschrittlichsten Materialien unserer Zeit.

Laufende technische Entwicklungen und die Hervorhebung der intrinsischen Eigenschaften von Keramik haben zu einer umwälzenden Veränderung des Materials und seinem Einsatz geführt. Heute findet Keramik in den unterschiedlichsten Bereichen Anwendung: von der Elektronik bis zur Mechanik, von der Kernkraft bis zur Chemie zur Luft- und Raumfahrt… und natürlich auch in der Architektur, wo die jüngste Generation von Keramikplatten als Boden- und Wandbelag, für Möbel und Fassaden eingesetzt wird.

Italienische Keramikfliesen sind Industrieprodukte, die aus einer Mischung aus Ton, Sand und anderen in der Natur weit verbreiteten Rohstoffen (Feldspat, Kaolin, Quarz usw.) hergestellt werden, die je nach Art in unterschiedlichen Mengen und Formen vorhanden sind. Diese entsprechend aufbereiteten und roh geformten Mischungen werden getrocknet und dann bei hoher Temperatur (je nach Typ bis zu 1250 °C) gebrannt. Das Endprodukt weist bemerkenswerte Eigenschaften auf wie Härte, mechanischen Widerstand, Formstabilität und chemische Trägheit.

Keramikfliesen gibt es in verschiedenen Ausführungen, die sich vor allem durch das Formgebungsverfahren (Pressen oder Extrusion), die Rohstoffmischung (roter oder weißer Scherben), den Scherben (porös oder kompakt), das Format und die Größe sowie die Oberflächenbeschaffenheit (glänzend, opak, natur, strukturiert) unterscheiden.

Les carreaux émaillés ont une surface recouverte d’une couche de verre coloré, qui lui confère de grandes caractéristiques esthétiques (couleur, éclat, décoration, nuances) et techniques (dureté, imperméabilité). Toutes ces caractéristiques dépendent du type d’émail et peuvent varier énormément.

Les carreaux non émaillés en revanche ont une structure homogène et un aspect uniforme sur toute leur épaisseur, la décoration naissant du mélange des poudres. L’innovation technologique et l’avènement de la décoration numérique font que la distinction entre les carreaux émaillés et non émaillés est peu à peu dépassée pour les carreaux technologiquement plus significatifs, à savoir ceux en grès cérame.

Die Oberfläche glasierter Fliesen besteht aus einer Schicht farbigem Glas, die dem Produkt seine besondere Ästhetik (Farbe, Glanz, Dekoration, Schattierungen usw.) und seine technische Eigenschaften (Härte, Dichte usw.) verleiht; diese Eigenschaften hängen von der Art der Glasur ab und bewegen sich in einem sehr breiten Spektrum.

Unglasierte Fliesen haben eine durchgehend gleiche Dicke und hier entsteht das Dekor aus einer Mischung von Pulvern.

Technische Innovation und der Einzug des Digitaldrucks sorgen dafür, dass die Unterscheidung zwischen glasierten und unglasierten Fliesen bei technisch ausgefeilten Fliesen wie Feinsteinzeug, allmählich verschwindet. Der Scherben stellt den Körper der Fliese dar und kann kompakt (gesintert) sein, fast wie ein Glas, oder ist durch das Vorhandensein von Poren gekennzeichnet. Die Porosität wird durch die Messung der Wasseraufnahme gemessen: je höher die Wasseraufnahme, desto poröser ist der Träger.

Je nach verwendetem Rohstoff kann der Fliesenscherben eingefärbt (gelb bis rotbraun, mit einer ganzen Reihe von Zwischenschattierungen) oder hell (manchmal auch weiß) sein. Bei glasierten Produkten ist die Farbe des Scherbens relativ unbedeutend. Bei einigen unglasierten Produkten hingegen werden besondere Farbeffekte über die gesamte Dicke erzielt, indem der Fliesenmischung Farbpigmente hinzugefügt werden. Form- und Strangpressen sind die beiden gängigen Formgebungsverfahren. Gepresste Fliesen entstehen aus einer Pulvermischung, die verdichtet und in einer Hochdruckpresse geformt wird. Extrudierte Fliesen hingegen bestehen aus einer Rohstoffmischung, die durch eine spezielle, entsprechend geformte Öffnung gepresst werden und so die gewünschte Form annehmen.

Fliesen gibt es in verschiedensten Formaten. Die Gebräuchlichsten sind das Quadrat und das Rechteck, zu denen weitere komplexere geometrische Formen (Sechseck, Achteck, Dreieck, Trapez, etc…) hinzukommen. Wasserstrahltechnik bietet zusätzliche Möglichkeiten individuelle Formen und Muster zu schaffen. Die Abmessungen variieren und sind recht vielfältig, von kleinen Mosaikfliesen bis hin zu Modulplatten mit Seitenlängen von 60, 80, 100, 120, 360 cm und mehr. Heute sind auch Fliesen mit einer Fläche von 5 qm erhältlich, die in Untergrößen unterteilt werden. Die Dicke schwankt dabei von 3 mm bis mehr als 20 mm je nach Einsatzbereich.

Januar 2019

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