Die beste aller Welten | von Roberta Chionne

Artikel veröffentlicht in: "EPD für Keramik"

Die Gestaltung unserer Lebensräume und die Entscheidung zugunsten der einen oder anderen baulichen Lösung haben entscheidende Auswirkungen auf die Umwelt. Unser Planet verfügt nicht über genügend Ressourcen, um mit Baustoffen aus Kunststoff, Beton und Stahl zu bauen, deren Herstellung unter anderem enorm hohe Emissionen und Umweltbelastungen mit sich führen. Lösungen mit geringen Auswirkungen auf die Umwelt, die gleichzeitig aber auch nicht nur ästhetische, sondern auch ethische und wirtschaftliche Anforderungen erfüllen, sind daher wichtig. Althergebrachte Baumaterialien wie Schlamm, Stroh und Ton sind in jüngster Zeit durch den Einsatz moderner Technik auch wieder für die Anforderungen unserer gegenwärtigen Epoche interessant geworden. Ein perfektes Beispiel für diese fortlaufende Entwicklung ist Keramik, sowohl als Fliese als auch als Platte, die zum Symbol italienischer Qualität und Innovation in aller Welt geworden ist.

Aus dem Urbild der einfachen, viereckigen, gepressten Tonkachel hat sich die Fliese zur Keramikplatte gemausert. Und es gibt eine ganze Reihe von Gründen für die Nachhaltigkeit dieses Materials. Die vermutlich bekannteste Eigenschaft ist, dass ein einziges Produkt zahlreiche Vorteile birgt, darunter die Erstellung eines Belages mit weniger Fugen und damit einer gleichmäßig durchgehenden Fläche. Dazu kommen dann noch Merkmale, die allen italienischen Keramikprodukten eigen sind, wie Hygiene, Abriebfestigkeit, staub- und schimmelabweisend, wartungsarm und nicht zuletzt frei von flüchtigen organischen Emissionen, Radon und Elektrostatik.

Über diese technischen Eigenschaften hinaus ist Keramik durch seine kontinuierliche Evolution zu einem attraktiven, ökologisch hochwertigen Designelement geworden. Mit der Digitaldrucktechnik können heute absolut realistische Dekormotive auf der Oberfläche der Fliese erzielt werden und beispielsweise edlen Marmor oder ein attraktives Holzmotiv nachstellen. Der sich daraus ergebende Vorteil ist Kosteneinsparung in der Produktion, Bearbeitung, Verlegung und nicht zuletzt der Schutz kostbarer natürlicher Ressourcen.

Fliesen können in ihrer dünnsten Variante in Sanierungsprojekten direkt auf bestehende Beläge verlegt werden, wodurch Kosten für die Demolierung des vorhandenen Bodens eingespart werden. Großformate und rektifizierte Produkte leisten einen entscheidenden Beitrag bei der Realisierung von unendlich vielseitigen, umweltverträglichen Belägen. Keramik ist wiederverwendbar, chemisch träge und dadurch problemlos zu entsorgen. Dem gegenüber steht eine lange Lebensdauer des Materials, das ohne weiteres auch ein halbes Jahrhundert überlebt.

Und nicht zuletzt kann eine scheinbar simple Keramikfliese überraschendes Entwicklungspotenzial enthalten. Das ist der Fall der sogenannten Funktionsfliesen, die Strom produzieren, Luft reinigen und Bakterienbelastung im Haus und in öffentlichen Bereichen reduzieren können. In den letzten Jahren haben italienische Fliesenhersteller zahlreiche ökologische Lösungen für ihre Fliesen entwickelt: Fotovoltaikfliesen für die Außenverkleidung liefern Strom und Platten nutzen photokatalytische Prozesse von Sonnen- oder künstlichem Licht für die Bakterienbekämpfung auf Flächen. Bei der Behandlung der Fliesen kommen unter anderem die Eigenschaften von Edelmetallen und Titandioxid zu Einsatz, die einen aktiven Beitrag leisten zur Verwandlung organischer und anorganischer Schadstoffe (wie Stickoxid, Feinstaub oder flüchtige organische Verbindungen) auf Werkstoffen, in der Luft und in anorganischen, harmlosen löslichen Salzen. Außerdem unterstützen sie die aktive Selbstreinigung und Beseitigung von gängigen Bakterien in geschlossenen Räumen.

Weitere Artikel veröffentlicht in EPD für Keramik

Italienische Keramik für das Bad: Design, Ökologie und Kosteneinsparung

Sanitärkeramik für das Bad ist geschichtlich betrachtet schon immer ein Teil der italienischen Kultur. Bereits am Hofe der Medici in Florenz war die persönliche Körperpflege höchst wichtig und führte - zwar nur für einen beschränkten Zeitraum - mit der Krönung von Caterina de Medici zur Königin von Frankreich ein äußerst wichtiges Element des Badezimmers in Frankreich ein: das Bidet.