Eine ökologisch nachhaltige, funktional flexible und inklusive Architektur, die eine neue Wohnkultur und eine höhere Qualität des sozialen Wohnens fördern soll, indem sie die Bedürfnisse des Einzelnen und der Gemeinschaft stärker in den Mittelpunkt stellt. Diese Grundsätze prägen die architektonische, konstruktive, landschaftsplanerische und ökologische Gestaltung des Projekts Mix House XXV Aprile, eines sozialen Wohnungsbauprojekts, das auf einem innovativen Wohnmodell basiert. Es fördert den Austausch zwischen den Generationen, um neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens und bewährte Praktiken des sozialen Zusammenhalts zu entwickeln. Gleichzeitig setzt das Projekt auf städtebauliche Durchlässigkeit und schafft Verbindungen zwischen gemeinschaftlichen und privaten Bereichen, Grünflächen und dem umgebenden Stadtraum. Entwickelt wurde das Projekt von Policreo Società di Progettazione im Rahmen der Stadterneuerungsstrategie der Stadt Parma. Der Wohnkomplex befindet sich im Stadtviertel Molinetto im Südwesten der Stadt. „Das Gebäude umfasst 60 Sozialwohnungen für insgesamt 102 Bewohner. Sie verteilen sich auf zwei Wohnungsbaukategorien, Edilizia Residenziale Sociale (ERS, sozialer Wohnungsbau) und Edilizia Residenziale Pubblica (ERP, öffentlicher Wohnungsbau), und richten sich nach dem Prinzip der sozialen Durchmischung an ältere Menschen, Studierende und Familien“, erklärt der Architekt Sergio Beccarelli, Mitbegründer von Policreo.
Zuvor befand sich auf dem Grundstück das in den 1960er-Jahren errichtete Dienstleistungszentrum Centro Servizi XXV Aprile, das sich durch eine ausgeprägte bauliche und soziale Abschottung gegenüber der Stadt auszeichnete. Nach dessen Abriss wurde das neue Mix House mit einem stimmgabelförmigen Grundriss gestaltet, um die visuellen und funktionalen Verbindungen mit der Umgebung zu stärken. „Die beiden Gebäudeflügel begünstigen die Sonneneinstrahlung und den Wohnkomfort und tragen zur Entstehung einer zusammenhängenden Landschaft bei, in der die Grenze zwischen bebautem Raum und Freiflächen zunehmend verschwimmt“, erläutert Beccarelli. Das Projekt geht über die Vorstellung hinaus, Wohnraum lediglich als funktionale Antwort auf Wohnbedürfnisse zu betrachten, und interpretiert das Wohnen als offene und gemeinschaftliche Erfahrung. Die Wohnungen werden durch ein System aus Laubengängen, Gemeinschaftsbereichen, Werkstätten und multifunktionalen Räumen ergänzt. Diese sollen den alltäglichen Austausch fördern und sozialer Ausgrenzung sowie einer Benachteiligung im Wohnumfeld entgegenwirken.
Darüber hinaus stehen die Gemeinschaftsflächen und der öffentliche Park sowohl den Bewohnern als auch der Nachbarschaft offen. Ein im Erdgeschoss untergebrachtes Begegnungszentrum richtet sich ebenfalls an das umliegende Stadtviertel und stärkt damit die Rolle des Gebäudes als Ort der Begegnung und des Austauschs zwischen privatem Wohnen und gemeinschaftlichem Leben. Bei der Materialauswahl entschied man sich für keramische Oberflächen in sämtlichen Bereichen des Gebäudes. Zum Einsatz kommen Kollektionen von Panaria Ceramica und Lea Ceramiche, die den Zielen der Stadterneuerung, Nachhaltigkeit und Wohnqualität entsprechen, welche das gesamte Projekt bestimmen. „Über ihre technischen Eigenschaften hinaus tragen keramische Oberflächen durch den bewussten Einsatz von Farben, Texturen und Formaten zur Identität der Räume bei“, erklärt der Architekt. Die Kollektion Bio Select von Lea Ceramiche in der Farbvariante Oak Ginger ist ein Feinsteinzeug, das die Wärme von Holz vermittelt. Sie wurde in den Wohnungen einschließlich der Badezimmer sowie in den multifunktionalen Bereichen verlegt.
Die Kollektion Context von Panaria in der Variante Loft wurde für die Bodenbeläge der außenliegenden Loggien und Laubengänge sowie für die Bereiche mit kleinen gemeinschaftlichen Nutzgärten und die innenliegenden gemeinschaftlichen Erschließungsflächen ausgewählt.
Auf den verschiedenen Etagen des Gebäudes wurde in den Gemeinschaftsräumen die Kollektion Context von Panaria Ceramica in der Variante Square eingesetzt. Dieselbe Kollektion findet sich auch an Wänden und Böden der Gemeinschaftsküche, der Sanitäranlagen und der Umkleideräume im Erdgeschoss sowie als Wandverkleidung in den Badezimmern der Wohnungen. Von besonderer Bedeutung ist die umfassende Nachhaltigkeitsstrategie des Projekts. Das Gebäude wurde nach den Grundsätzen des Nearly Zero Energy Building (nZEB), also eines Niedrigstenergiegebäudes, konzipiert und erreicht die Energieeffizienzklasse A4. Doch die Nachhaltigkeit geht noch weiter und umfasst auch die soziale Dimension. Wie Beccarelli ergänzt: „Das Projekt entspricht dem DNSH-Prinzip (Do No Significant Harm, Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen) und berücksichtigt die Kriterien des Universal Design, also der universellen Gestaltung. Damit wird sichergestellt, dass die Räume für Menschen mit unterschiedlichem Grad an Selbstständigkeit gleichermaßen zugänglich und nutzbar sind.“


