Italienische Keramik für das Bad: Design, Ökologie und Kosteneinsparung | von Laura Milan

Artikel veröffentlicht in: "EPD für Keramik"

Sanitärkeramik für das Bad ist geschichtlich betrachtet schon immer ein Teil der italienischen Kultur. Bereits am Hofe der Medici in Florenz war die persönliche Körperpflege höchst wichtig und führte – zwar nur für einen beschränkten Zeitraum – mit der Krönung von Caterina de Medici zur Königin von Frankreich ein äußerst wichtiges Element des Badezimmers in Frankreich ein: das Bidet.

Aus dieser Tradition heraus ist Italien heute einer der führenden Hersteller weltweit von Sanitärkeramik mit den im Wirtschaftsdistrikt von Cività Castellana und einigen in anderen Regionen Italiens ansässigen Herstellern. Ihre Produkte stehen für Qualität, Design und hohe Leistungsmerkmale, aber auch für technische Innovation, Effizienz und umweltschonende Produktionsprozesse, die laufend nachgebessert werden.

Ausgefeilte Fertigungsprozesse haben zur Einsparung wertvoller Ressourcen, geringerer Umweltbelastung und weniger Ausschüssen geführt. Moderne Sanitärkeramik verdankt der kontinuierlichen Forschung viel, die zur Entwicklung von Glasuren geführt hat, die schimmel- und bakterienabweisend, pflegeleicht und hygienisch sind.

Das Ergebnis immer effizienter und ökologischer Verfahren, in dem beispielsweise die Hitze aus dem Brennofen in die Trocknungsanlage rückgeführt wird, die komplette Wiederverwendung von Ausschussware und dem Gips der Formen sowie Prozesse, für die immer weniger Wasser verwendet wird, zeigt wie umweltbewusst die Hersteller sind. Die hier vom Band laufenden Produkte gehören zu den leistungsfähigsten Elementen der freiwilligen Ökozertifizierung für Wasser, Ecolabel, das Klosetts nach ihrem Wasserverbrauch klassifiziert: von den weniger effizienten mit 13 l Wasserverbrauch, die noch in vielen Bädern zu finden sind, zu den Bestklässlern mit nur 6 l.

In diesem Zusammenhang wird immer wieder deutlich, wie eng und wichtig die Beziehung zwischen Sanitärobjekten und dem Gebäude ist: Die Effizienz eines Gebäudes steht in direkter Relation zu seinen Sanitärobjekten. Nimmt man ein Mietshaus mit 50 Einheiten, dessen Sanitärobjekte alle 13 l Wasser verbrauchen und tauscht diese durch 6 l Wcs aus, würde man 547.000 l Wasser sparen. Das wäre nicht nur für das eigene Portmonnaie eine erhebliche Ersparnis, sondern hätte einen direkten Einfluss auf die Umwelt: 547.000 Liter entsprechen einer Strecke von 118 km realisiert mit 1,5 l Flaschen, die aufgestapelt 13 Mal höher sind als der Mount Everest…

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