Europäische Keramik bis 2050 | von Simone Ricci

Zu den neuen Herausforderungen der Energiewende, die mit dem Green Deal eingeführt wurden und auf Klimaneutralität bis 2050 abzielen, gehören die Reduzierung der CO2-Emissionen um 55% bis 2030 und die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050. Ein ehrgeiziges Ziel, das jedoch mit der Realität in Einklang gebracht werden muss.

Für „schwer abbaubare“ Industriezweige wie die Keramikindustrie erfordert der Weg zur Energiewende eine starke institutionelle Unterstützung, um die Entwicklung und Anwendbarkeit neuer Technologien zu begleiten. Was den Keramiksektor betrifft, so liegt das Engagement für den Umweltschutz weit zurück, und die Kurve der Emissionsreduzierung bis 2030 ist derzeit durch die begrenzte Anwendbarkeit bestimmter strategischer Hebel und die knappe Verfügbarkeit „kohlenstofffreier“ Brennstoffe bedingt. Um die neuen Ziele zu erreichen, bedarf es eines Portfolios verschiedener Technologien, von denen einige noch nicht in der Praxis eingesetzt werden. Erdgas kann nicht sofort ersetzt werden und wird der beste Brennstoff für die Energiewende in diesem Sektor bleiben.

Measures contributing to the reduction of emissions from fossil fuel combustion

Measures contributing to reduction of process related emissions

Für die Keramikindustrie wird der strategische Hebel CCUS (Carbon Capture Usage and Storage) aufgrund der geringen CO2-Konzentrationen an den Emissionspunkten nur begrenzt anwendbar sein, ebenso wie die Elektrifizierung, die im Produktionsprozess nur begrenzt möglich ist. Grüne Kraftstoffe werden daher als vorrangiger Hebel für den Energiewendeprozess bis 2050 identifiziert, d.h. der Ersatz von Erdgas durch Biogas/Biomethan oder Wasserstoff (bis zu 50%, um die Qualität des Endprodukts nicht zu beeinträchtigen) unter Verwendung der heutigen Technologien.

Um dies zu ermöglichen, ist eine institutionelle Intervention in Form eines Finanzierungsplans erforderlich, mit dem umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie die Einführung neuer Technologien und neuer Energieträger unterstützt werden können. Dies muss durch Mechanismen zur Unterstützung bereits geplanter Lösungen, wie die Kraft-Wärme-Kopplung, begleitet werden.

 

All dies ist in der „Ceramic Roadmap to 2050“ (hier als PDF herunterladen) enthalten, einem 70-seitigen Dokument, das von Cerame-Unie, dem europäischen Verband der Keramikhersteller, erstellt wurde und das starke Engagement aller Keramiksektoren (Fliesen, Ziegel, Sanitärkeramik, Geschirr, feuerfeste Materialien, technische Keramik, Schleifmittel und Tonrohre) für das Ziel der Klimaneutralität aufzeigt und den entscheidenden Beitrag keramischer Materialien in der Wertschöpfungskette des nachhaltigen Bauens belegt.

 

 

 

Dezember 2021