Projekte
Fließender Raum
Roberto Negri
Hanna Lazar
FIORANESE
Salon Appartamento
2025
In Minsk interpretiert das Café Moulin das zeitgenössische Café als einen Ort der Ruhe und Kontemplation. Der Entwurf von Anna Lazar verzichtet auf spektakuläre Gesten und schafft stattdessen ein Ambiente, in dem Architektur, Licht und Material eine zurückhaltende Atmosphäre prägen. Sie begleitet das tägliche Kaffeeritual, ohne sich jemals vor das Erlebnis der Gäste zu drängen. Der Innenraum entfaltet sich in einer bewusst von jeder Starrheit befreiten Formensprache. Bögen, abgerundete Öffnungen, geschwungene Wände und ovale Spiegel ersetzen die rechtwinklige Geometrie. So entsteht eine kontinuierliche Abfolge von Oberflächen, die den Blick führt und die Wahrnehmung räumlicher Grenzen abschwächt. Diese Architektur arbeitet vor allem mit der Wahrnehmung und erzeugt ein Gefühl der Kontinuität, das den Raum einladend und entspannend wirken lässt. Dieser Ansatz setzt sich in der Wahl der Materialien und Farben fort. Neutrale Töne, warme Graunuancen, Milchweiß und strukturierte Oberflächen bilden einen reduzierten Hintergrund, vor dem das Tageslicht die Wahrnehmung der Räume fortlaufend verändert. Tagsüber sorgen großzügige Öffnungen für sanftes Licht, während die künstliche Beleuchtung das Café am Abend in einen geschützteren, intimeren Ort verwandelt.
Die entlang der Hauptachse des Gastraums angeordneten Pendelleuchten erfüllen nicht nur eine technische Funktion, sondern geben dem Raum einen Rhythmus. Die Reflexionen in den Spiegeln verstärken diese Wirkung und erweitern optisch die Raumtiefe. In diesem sorgfältig abgestimmten Gleichgewicht spielt der Boden eine entscheidende Rolle. Die keramische Oberfläche ist mehr als ein Belag: Ihre Materialpräsenz verleiht dem Interieur visuelle Tiefe. Die Marmoradern treten mit den verputzten Flächen und den Metallelementen der Theke und des Mobiliars in Dialog. Dabei entsteht ein kontrollierter Kontrast, der jede dekorative Übertreibung vermeidet. Auch der Sanitärbereich folgt derselben gestalterischen Konsequenz. Ein grafisches Dekor interpretiert die geometrische Formensprache des Cafés neu und stärkt die Identität der Räume. Dieser Ansatz reicht bis zum Waschbecken, das ein lokales Unternehmen aus denselben Keramikplatten gefertigt hat. Für das Projekt wählte Anna Lazar die Kollektion Sound of Marbles von Ceramica Fioranese, eine von Marmor inspirierte Feinsteinzeugserie, die in Zusammenarbeit mit dem Kreativkollektiv Neropaco entwickelt wurde.
Die Kollektion interpretiert ein klassisches Material in einer zeitgenössischen Formensprache und verbindet Oberflächen in Marmoroptik mit geometrischen Dekoren, die aus dem Zusammenspiel sich kreuzender Linien, Diagonalen und Kurven entstehen. Ziel ist es nicht, Naturstein zu imitieren, sondern seinen Charakter neu zu interpretieren und Oberflächen zu schaffen, die mit zeitgenössischer Architektur und reduziert gestalteten Innenräumen in Dialog treten. Die Serie umfasst zahlreiche Formate, Oberflächenausführungen und Farbvarianten sowie eine Dekorfamilie, die große kompositorische Freiheit bei der Gestaltung von Böden und Wänden bietet. Im Café Moulin wurde für den Hauptboden die Variante Verde Intenso im Großformat 74 × 148 cm mit polierter Oberfläche und rektifizierten Kanten eingesetzt. Die Tiefe der grünen Maserung bildet einen materiellen Kontrapunkt zur neutralen Farbpalette des Interieurs und verankert den Raum optisch, ohne seine Kontinuität zu unterbrechen. Im Sanitärbereich kommt hingegen das Dekor FioMood Verde zum Einsatz, ebenfalls im Format 74 × 148 cm. Es übersetzt die Farbwelt der Kollektion in eine geometrische Komposition mit ausgeprägtem grafischem Charakter, die sich auch auf dem maßgefertigten Waschbecken fortsetzt.
Sound of Marbles

Verde Intenso + Decoro FioMood Verde
74x148 cm - 9 mm
Zertifizierungen
ISO 9001, ISO 14001, EMAS, ISO 45001, ISO 17889-1, EPD
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