Vom Mittelmeer in die Welt: Keramik und Backstein zwischen Stil und Funktionalität

Das mediterrane Haus vereint Stil und Funktionalität: italienischer Backstein und Keramik prägen typische Wohnräume, verbessern das Raumklima und das Wohlbefinden, bieten ästhetische und technische Vielseitigkeit und stehen für Nachhaltigkeit und Verantwortung
Von Andrea Serri

(Februar 2026) | Das mediterrane Haus, dem ein Beitrag in dieser Ausgabe des Cer Magazine gewidmet ist, steht für eine Wohnkultur, die Stil – ausgedrückt durch den Einsatz von italienischem Backstein in Fassaden und Innenflächen – mit klimatischer Temperaturregulierung in Gebäuden verbindet. Grundlage dafür sind die Prinzipien der durch Masse bestimmten Wärmedurchlässigkeit. Die eingesetzten Rohstoffe und Planungsansätze im Sinne der Bioarchitektur betonen eine Art des Wohnens, die das Wohlbefinden der Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Die italienische Baugeschichte – von den antiken Römern bis in die Gegenwart – hat spezifische Wohnräume hervorgebracht, die Ausdruck der nationalen Kultur sind. Der Innenhof als historische „häusliche Piazza“, Patio, Loggia und Balkon als Übergangsräume zwischen Haus und Garten – dessen „italienische“ Ausprägung international Maßstäbe gesetzt hat – sind prägende Elemente der italienischen Planungskultur. Sie erfüllen konkrete funktionale Anforderungen und definieren zugleich einen unverwechselbaren Stil, der in allen Breitengraden wiedererkennbar ist.

In diesen Räumen wie auch in den Innenbereichen der Gebäude sind keramische Oberflächen ein integraler Bestandteil jener gestalterischen Identität und Wohnqualität, die italienische Keramikoberflächen in besonderer Weise zum Ausdruck bringen.

Eine Produktvielfalt, die sich in unterschiedlichen Einsatzbereichen ausdrückt und spezifische Eigenschaften verlangt: von Frostbeständigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen über erhöhte Materialstärken zur Aufnahme hoher Belastungen – etwa durch Fahrzeuge – bis hin zu reduzierten Dicken für Wandverkleidungen. Diese Vielseitigkeit zeigt sich vor allem auch in ästhetischer Hinsicht: Grafiken und Farbwelten ebenso wie Dreidimensionalität und haptische Effekte qualifizieren die Oberflächen im Zeichen innovativster Designtrends.

Italienische Keramikmaterialien zeichnen sich zudem durch ökologische Nachhaltigkeit in der Produktion sowie durch den Schutz der Menschen in den Betrieben und entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus – innerhalb eines verantwortungsvollen Kreislaufs, den Ceramics of Italy als „Verantwortung“ definiert. Ein Schlüsselfaktor, der auch die gesundheitliche Qualität der Räume unterstützt, in denen diese Materialien verlegt werden, und jenes Ideal des Buon Abitare Italiano (gutes italienisches Wohnen) prägt, auf das – ebenso wie bei Mode und Kulinarik – die ganze Welt blickt.

 

(Foto im Vordergrund: Wohnkomplex Valtorta 32, Cino Zucchi Architetti, Foto: Filippo Poli)

Cer Magazine International 87
01-02.2026