Alejandro Aravena ist Gast in der Lectio Magistralis

Der chilenische Architekt, Pritzker-Preisträger 2016 und Gründer von Elemental, hält die Lectio Magistralis der Cersaie 2026. Der Vortrag zeichnet seine Planungsphilosophie nach, die Architektur, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit miteinander verbindet – anhand von Projekten im sozialen Wohnungsbau, der Stadterneuerung, dem Wiederaufbau nach Katastrophen sowie Innovationen bei emissionsarmen Baustoffen
Von Elena Romani

(Juli 2026) –  Der chilenische Architekt Alejandro Aravena hält die „lectio magistralis“ im Rahmen des Kulturprogramms der Cersaie „Costruire, abitare, pensare“ (Bauen, Wohnen, Denken). Die Konferenz, die in Zusammenarbeit mit Interni organisiert wird, findet am Donnerstag, den 24. September um 10.30 Uhr im Palazzo dei Congressi der BolognaFiere statt.

 

Alejandro Aravena (©Rita Aravena)

 

Alejandro Aravena wurde 1967 in Santiago de Chile geboren und schloss 1992 sein Architekturstudium an der Pontificia Universidad Católica de Chile ab. 1994 gründete er sein eigenes Architekturbüro, Alejandro Aravena Architects. Von 2000 bis 2005 lehrte er an der Harvard University. In dieser Zeit entstand ELEMENTAL, ein 2001 gemeinsam mit der Universität und dem chilenischen Erdölunternehmen COPEC gegründeter Do Tank.

Unter der Leitung von Aravena und gemeinsam mit den Partnern Gonzalo Arteaga, Juan Cerda, Víctor Oddó und Diego Torres konzentriert sich das Büro auf Projekte von öffentlichem Interesse und gesellschaftlicher Relevanz, darunter Wohnungsbau, öffentliche Räume, Infrastruktur und Verkehr. Zu den frühen Projekten zählen die Mathematics School der Pontificia Universidad Católica de Chile in Santiago (im Jahr 1999 fertiggestellt), die Siamese Towers in Santiago (2003) sowie die Wohnheime der St. Edward’s University in Austin, Texas (2008). Das Wohnbauprojekt Quinta Monroy Housing in Iquique (2004) war das erste einer Reihe international beachteter kostengünstiger Wohnungsbauprojekte, auf die Monterrey Housing in Mexiko (2010) und Villa Verde Housing in Constitución (2013) folgten.

Für diese Arbeiten erhielt Aravena 2008 den Silbernen Löwen der Architekturbiennale von Venedig. Im Jahr 2010 wurde er zum International Honorary Fellow des Royal Institute of British Architects (RIBA) ernannt und das Büro wurde mit dem Wiederaufbau der chilenischen Stadt Constitución nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami beauftragt. Internationale Anerkennung erlangte Aravena insbesondere mit seinem innovativen Konzept des schrittweisen erweiterbaren Wohnungsbaus, bei dem die Bewohner teilweise fertiggestellte Gebäude entsprechend ihren Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten selbst vervollständigen.

Seit 2011 ist Aravena Mitglied des Council of the Cities Programme der London School of Economics. 2014 hielt er einen Vortrag bei TED Global in Rio de Janeiro und stellte das UC Innovation Center – Anacleto Angelini in Santiago fertig. Es folgte die Writer’s Cabin für die Jan Michalski Foundation in Montricher in der Schweiz. Das Jahr 2016 markierte einen Höhepunkt seiner Laufbahn: Aravena erhielt den Pritzker Architecture Prize und wurde zum Direktor und Kurator der 15. Internationalen Architekturausstellung – La Biennale di Venezia ernannt. 2017 wurde ihm der Göteborg Award for Sustainable Development verliehen. Zu den jüngeren internationalen Projekten zählen das Novartis-Gebäude auf dem Biomedical Research Campus in Shanghai sowie der neue Hauptsitz von EDP in Lissabon. Im Bereich der Stadterneuerung und des Wiederaufbaus nach Katastrophen leitete Elemental bedeutende Sozialwohnungsprojekte in Yungay, Rancagua und Santiago sowie den Bau des Stadttheaters in Constitución. Seit 2020 ist Aravena Vorsitzender der Jury des Pritzker Architecture Prize. In den vergangenen Jahren hat das Büro eine führende Rolle bei der Bewältigung von Wohnraumkrisen infolge des Klimawandels übernommen und Strategien für den schnellen Wiederaufbau auf Basis modularer Fertigbausysteme entwickelt, unter anderem nach den Waldbränden von Viña del Mar im Jahr 2024. Auf der Architekturbiennale von Venedig 2025 präsentierte Elemental schließlich wegweisende nachhaltige Projekte auf der Grundlage von Net-Zero Biochar Concrete und bekräftigte damit eine architektonische Philosophie, die Wirtschaftlichkeit, Funktionalität, gesellschaftliche Teilhabe und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verbindet.

Die Teilnahme an dieser Konferenz berechtigt Architektinnen und Architekten zum Erwerb von 2 Fortbildungspunkten. Darüber hinaus wird für den Besuch der Messe ein weiterer Fortbildungspunkt vergeben, der durch eine Eigenerklärung unter Beifügung der Eintrittskarte beantragt werden kann.

Cer Magazine International 92
07-08.2026