Projekte

Nova Gorica Railway Station Underpass Vrtača - Nova Gorica (Slowenien)

Die Grenze überwinden: eine neue Unterführung zwischen Nova Gorica und Gorizia

Das vom Architekturbüro Sadar+Vuga entworfene Projekt Nova Gorica Railway Station Underpass Vrtača verwandelt eine grenzüberschreitende Verkehrsinfrastruktur in einen neuen öffentlichen Raum
Autor
Veronica Rodenigo
Fotos
Ana Skobe
Innenarchitekt
Sadar+Vuga
Keramikbeläge
MARCA CORONA
Baujahr
2025

Unter dem Motto „GO! BORDERLESS“ trugen Nova Gorica und Gorizia im Jahr 2025 gemeinsam den Titel Kulturhauptstadt Europas. Dieses erste grenzüberschreitende Projekt in der Geschichte der Auszeichnung, das auf Zusammenarbeit und Integration beruhte, verfolgte das Ziel, in einer historisch von Konflikten geprägten Region eine gemeinsame europäische Identität zu schaffen. Die Teilung in zwei Städte – eine italienische und eine slowenische, die damals zu Jugoslawien gehörte – geht auf den Pariser Friedensvertrag von 1947 zurück. Nach Abschluss der Feierlichkeiten erscheint das Projekt Nova Gorica Railway Station Underpass Vrtača als ein greifbares städtebauliches Vermächtnis jener identitätsstiftenden Wiederverbindung, die dem gesamten Programm GO! 2025 zugrunde lag. Das vom Architekturbüro Sadar+Vuga aus Ljubljana entwickelte Projekt umfasste die Sanierung der Transalpina-Bahnstrecke, wobei sechs der ursprünglich 17 Gleise für den Personenverkehr wiederhergestellt wurden, den Bau der neuen Unterführung Vrtača, die Gestaltung zweier neuer elliptischer Plätze und neuer Bahnsteige sowie die Restaurierung des Bahnhofs aus dem Jahr 1906. Die Restaurierungsarbeiten an der Eingangshalle, den Fahrkartenschaltern und dem Wartesaal ermöglichten es, in Zusammenarbeit mit dem Institut für den Schutz des Kulturerbes (ZVKDS) sämtliche ursprünglichen Elemente wiederherzustellen – von den Bodenbelägen bis hin zu den dekorativen Ausstattungsdetails. Insgesamt handelt es sich um ein umfassendes Stadterneuerungsprojekt, das weit über die bloße Schaffung einer Fuß- und Radwegverbindung zwischen dem italienischen und dem slowenischen Teil der Stadt hinausgeht. Die unverwechselbare architektonische Handschrift des Büros aus Ljubljana zeigt sich nicht nur in den beiden abgesenkten, von Grünanlagen eingefassten Plätzen, sondern insbesondere auch in der 36 Meter langen unterirdischen Passage. Hier fällt Tageslicht von oben durch eine Abdeckung aus Glasbausteinen ein und wird durch die keramische Wandverkleidung zusätzlich verstärkt. Zum Einsatz kommt Feinsteinzeug von Ceramiche Marca Corona aus der Kollektion Miniature Soda in der Variante Soda Bianco Sale im Format 6 × 24 cm, dessen Oberfläche die lichtreflektierenden Eigenschaften von Glas aufgreift.

Das Ergebnis beeindruckt durch eine starke visuelle Ausdruckskraft, die zugleich mit einer besonderen Leichtigkeit und Feinheit einhergeht. Besonders deutlich wird dies dort, wo die Wände in sanft geschwungenen Formen die verschiedenen Räume miteinander verbinden. Der Bodenbelag aus der Kollektion Multiforme, deren Gestaltung von der Ästhetik von Kunstharz und Beton inspiriert ist, zeichnet sich durch Widerstandsfähigkeit, Langlebigkeit und Sicherheit aus. Diese Eigenschaften sind besonders wichtig, da ein Teil der Unterführung ausdrücklich für den Radverkehr vorgesehen ist. Dieser neue, zeitgemäße öffentliche Raum, der eine starke symbolische Bedeutung für die kulturelle Wiederverbindung besitzt, wird zugleich zu einem Ort der Begegnung. Ein Raum, der, wie bereits hervorgehoben wurde, nicht nur zum Durchqueren einlädt, sondern auch zum Verweilen, Zusammenkommen und Gespräch. Ein einladender Ort, der die Trennung der Vergangenheit überwindet und eine zunehmend durchlässige Grenze erlebbar macht.

Keramikbeläge
Marca Corona
Miniature Soda
Bianco Sale
6x24 cm

Multiforme

Projektinformationen anfordern >