Die Grenze zwischen dem Wohlbefinden gewidmeten Raum und den übrigen Wohnbereichen wird zunehmend fließender. Neue Kollektionen modularer Badmöbel, skulpturaler Sanitärkeramik und abgestimmter Farbpaletten ermöglichen durchgängige Gestaltungskonzepte und verwandeln das Badezimmer in einen Raum, der sich nahtlos in die gestalterische Erzählung des gesamten Hauses einfügt
(Juli 2026) – Das zeitgenössische Wohnen ist von einem immer deutlicheren Bedürfnis geprägt: der Auflösung visueller und funktionaler Grenzen zugunsten eines fließenden Übergangs zwischen den einzelnen Räumen. In diesem Kontext erlebt das Badezimmer einen tiefgreifenden Wandel und verabschiedet sich endgültig von seinem früheren Verständnis als rein technischer und funktionaler Bereich. Heute wird es als natürliche Erweiterung des Schlafbereichs oder der Flure verstanden – als hybrider Raum, in dem Ästhetik, Komfort und Technologie harmonisch miteinander verschmelzen. Ein Badezimmer im Jahr 2026 zu gestalten bedeutet, einen Raum zu schaffen, der den Stil des gesamten Hauses widerspiegelt. Taktile Oberflächen, wandhängende Lösungen, die den Raum optisch leichter wirken lassen, sowie eine sorgfältig geplante Lichtgestaltung schaffen eine Atmosphäre der Ruhe, Ordnung und Behaglichkeit.
Modulare Kontinuität über die Raumgrenze hinaus
Die Unternehmen der Branche haben diese Entwicklung erkannt und bieten modulare Stauraumsysteme und Regale an, deren Farbwelten ursprünglich für das Badezimmer entwickelt wurden, sich jedoch ebenso für Flure, Dielen, Ankleidezimmer oder Schlafzimmer eignen. Diese gestalterische Durchlässigkeit ermöglicht fließende Übergänge zwischen den Räumen ohne abrupte Brüche. Badmöbel verlieren ihre traditionelle Starrheit und werden zu flexiblen Modulen, die sich je nach Einsatzort unterschiedlichen Funktionen anpassen. Das Ergebnis ist eine stimmige und elegante Raumfolge, in der dieselbe Gestaltungssprache Bereiche des Hauses verbindet, die früher klar voneinander getrennt waren. So entsteht ein maßgeschneidertes Wohnkonzept, das den täglichen Komfort und nachhaltige Einrichtungsentscheidungen in den Mittelpunkt stellt.
Das Boiserie-System Wall von Ideagroup verkörpert die Verschmelzung verschiedener Wohnbereiche. Ursprünglich als bodenstehendes modulares System für das Badezimmer entwickelt, erweitert es seinen Einsatzbereich auf Eingangsbereich, Wohnraum und Schlafzimmer. Seine vielseitige Gestaltung macht Stauraummodule zu vollwertigen Einrichtungselementen.
Der von Massimiliano Cicconi für Kerasan entworfene Waschtisch Kanaal interpretiert die klassische Rinnenform neu und setzt sie als prägnantes zeitgenössisches Gestaltungselement um. Der Kontrast zwischen der matten Keramikoberfläche und dem Metallgestell erzeugt eine reduzierte, skulpturale Ästhetik mit starker Ausstrahlung.
Die Vision von Ceramica Cielo eines als „Global Project“ verstandenen Badezimmers zeigt sich auch in der Gestaltung der Accessoires. Der Spiegelschrank Alex verbindet Ästhetik und Funktionalität durch ein edles Spiel horizontaler und vertikaler Linien, das der Spiegelfläche Dynamik verleiht.
Unter den Neuheiten von Naxani Design steht der Waschtischunterschrank Gentle aus Massivholz beispielhaft für fließende Gestaltungskonzepte, die die traditionellen Grenzen des Badezimmers überschreiten. Seine strukturierte Oberfläche verleiht Wärme und Natürlichkeit und macht ihn zu einem Möbelstück, das ebenso harmonisch mit Schlaf- oder Wohnbereichen kommuniziert.
Das modulare System Passepartout von Artesi definiert das Thema Stauraum weit über das Badezimmer hinaus neu. Es umfasst ein breites Sortiment an Schrankelementen, offenen Modulen und maßgefertigten Unterschränken. Dank der großen Auswahl an Größen und Oberflächen integrieren sich die Module mühelos in Eingangsbereiche, Flure oder Schlafzimmer und sorgen für Ordnung sowie gestalterische Kontinuität.
Mit dem offenen Regalsystem Fox präsentiert Arbi ein Einrichtungskonzept, das Badezimmer und Wohnbereiche gleichermaßen elegant gestaltet. Die modulare Konstruktion mit schwarzen Aluminiumprofilen – wahlweise wand-, decken- oder freistehend montierbar – trägt Rauchglasböden und Schubladenelemente. Eine integrierte LED-Hinterleuchtung vervollständigt das flexible und architektonische Design.
Skulpturale Formen und harmonische Farbübergänge
Das Streben nach fließenden Übergängen beschränkt sich nicht auf Stauraumsysteme, sondern umfasst ebenso Sanitärkeramik und Farbgestaltung. Der aktuelle Trend bevorzugt weiche, klare Linien ohne scharfe Kanten, die eine starke Persönlichkeit ausstrahlen, ohne in eine kühle Form des Minimalismus zu verfallen. Freistehende Waschtische entwickeln sich beispielsweise zu skulpturalen Designobjekten, die auch außerhalb ihres klassischen Einsatzbereichs als eigenständige Einrichtungselemente bestehen könnten. Diese formale Ausdruckskraft wird durch Farbkonzepte ergänzt, die die dominierenden Farbtöne des gesamten Wohnraums harmonisch in das Badezimmer übertragen. Technologische Leistungsfähigkeit verbindet sich dadurch mit hoher gestalterischer Qualität: Sanitärkeramik und Accessoires werden zu Planungsinstrumenten, die Farben des Wohn- oder Schlafbereichs aufnehmen, andeuten oder betonen und das Badezimmer als integralen Bestandteil der Wohnarchitektur etablieren.
Der freistehende Waschtisch Hasu, entworfen von Giulio Iacchetti für Ceramica Flaminia, ist ein skulpturales Objekt, inspiriert von der Reinheit der Lotusblüte. Die weichen Linien des Sockels unterstreichen seinen markanten Charakter, während die Möglichkeit, Becken und Sockel in unterschiedlichen Farben zu kombinieren, vielfältige individuelle Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet.
Die von Massimiliano Braconi für Simas entworfene Kollektion Terre del Nord bringt die authentische Ausdruckskraft der Keramik durch sechs markante Designer-Waschtische mit skulpturalem Charakter zum Ausdruck. Das Konzept reicht über das Badezimmer hinaus und wird durch ein modulares Möbelsystem aus Holz ergänzt.
Ceramica Dolomite präsentiert aufeinander abgestimmte Kollektionen, in denen Design den fließenden Charakter zeitgemäßen Wohnens widerspiegelt. Der Waschtisch Noemi verbindet formale Leichtigkeit mit ausdrucksstarken Materialstrukturen, während die sanften Linien der Sanitärserie Mirto Round den Raum mit weichen, klaren Geometrien vervollständigen.
Die Kollektion Dressholder von Arcom interpretiert den klassischen Diener mit funktionalen Metallelementen in zeitgemäßer Form neu. Dank vielfältiger Individualisierungsmöglichkeiten für Gestell und Ablagen – wahlweise in zahlreichen Lackfarben oder in strukturierter Eichenoptik – lassen sich harmonische Ton-in-Ton-Kombinationen ebenso wie wirkungsvolle Farbkontraste realisieren, wodurch sich die Elemente in unterschiedlichste Wohnbereiche integrieren.
Mit dem Projekt Riflessi di Luce macht Ceramica Globo Farbe zum sinnlichen Mittelpunkt des Badezimmers. Zehn neue glänzende Farbtöne für Waschtische unterstreichen die Schönheit der Keramik und erweitern die Möglichkeiten individueller Gestaltung durch eine harmonische Farbkoordination mit dem gesamten Wohnkonzept.
Bilobo von Alice Ceramica verkörpert perfekt das Konzept eines hybriden und vielseitigen Objekts. Das vollständig aus Keramik gefertigte skulpturale Element kann sowohl als Hocker als auch als Beistelltisch genutzt werden. Erhältlich in der gesamten Farbpalette der Marke, schafft es harmonische Farb- und Materialbezüge zwischen den verschiedenen Wohnbereichen.