Das europäische Projekt iWAYS (Innovative Water Recovery Solutions) markiert einen wichtigen Meilenstein für die industrielle Nachhaltigkeit. In Italien, bei Ceramiche Keope – einer Division von Atlas Concorde – wurde die großtechnische Implementierung innovativer Technologien zur Ressourcenrückgewinnung erfolgreich umgesetzt und unterstreicht damit das konkrete Engagement für Umweltverantwortung.
Engagement für Kreislaufwirtschaft und Ursprung des Projekts
iWAYS wurde im Rahmen des EU-Programms Horizon 2020 finanziert und am 1. Dezember 2020 gestartet. Ziel ist es, zu einer verantwortungsbewussten und klimafreundlichen Industrie beizutragen, indem Emissionen in die Atmosphäre sowie die Umweltbelastung insgesamt reduziert werden.
Die Vision von iWAYS entstand aus Erkenntnissen eines früheren EU-Projekts (ETEKINA): Ingenieure stellten fest, dass Heat Pipe Heat Exchangers (HPHE) neben der Rückgewinnung thermischer Energie auch eine unerwartet hohe Kondensation von Wasserdampf bewirkten. Diese Beobachtung führte zur Entwicklung eines Technologiepakets, das gleichzeitig Wärme und Wasser aus industriellen Abgasströmen zurückgewinnen kann.
Koordiniert wurde das Projekt von Prof. Luca Montorsi von der Universität Modena und Reggio Emilia (UNIMORE). Die Rolle von UNIMORE war entscheidend, um eine industrielle Herausforderung in eine replizierbare Lösung zu überführen – ganz im Sinne des Leitgedankens, dass sich große Herausforderungen in konkrete, übertragbare Lösungen verwandeln lassen, wenn Forschung und Industrie ihre Kräfte bündeln.
Technologische Innovation: ein effizientes und robustes HPCE-System
Kernstück der Innovation ist der Heat Pipe Condensing Economiser (HPCE), ein System, das weit über die reine Wärmerückgewinnung hinausgeht: Es wandelt industrielle Abgasströme in wertvolle Ressourcen um.
Besonders hervorzuheben ist das auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit ausgelegte Design. Das HPCE wurde so entwickelt, dass es auch sauren Verbrennungsgasen standhält – Bedingungen, wie sie in energieintensiven Industriezweigen wie der Keramikindustrie typisch sind.
Konkrete Ergebnisse bei Ceramiche Keope
Der Erfolg der Ressourcenrückgewinnung zeigt sich exemplarisch im italienischen Keramiksektor. Ceramiche Keope installierte im Sommer 2025 eine großtechnische HPCE-Anlage downstream eines Zerstäubungstrockners (Spray Dryer).
1. Wärmerückgewinnung und Reduzierung des Energieverbrauchs
Das HPCE-System erfasst die Wärme der heißen Abgase, die anschließend zur Vorwärmung der Verbrennungsluft des Zerstäubungstrockners genutzt wird.
– Ziel ist die Rückgewinnung von sechs Gigawattstunden (6 GWh) Wärme pro Jahr.
– Dies entspricht einer Einsparung von rund 70 Kubikmetern Erdgas pro Stunde.
Marco Manfredini, Technical Manager von Gruppo Concorde S.p.A., betonte, dass die Ergebnisse in den ersten Betriebsmonaten äußerst positiv ausgefallen seien: Die pro Betriebsstunde zurückgewonnene Energie entspreche dem Winterverbrauch von 20 bis 30 Haushalten.
2. Engagement für Wassereinsparung
Das HPCE kondensiert den in den Abgasen enthaltenen Wasserdampf. Das gewonnene Wasser wird anschließend in einer betriebseigenen Aufbereitungseinheit mit Ultra- und Nanofiltration gereinigt.
– Diese kombinierte Konfiguration ermöglicht die Wiederverwendung von sauberem Wasser und reduziert den Frischwasserverbrauch erheblich.
– Das aufbereitete Wasser weist eine Qualität auf, die eine Wiedereinführung in den Produktionsprozess erlaubt.
Projektabschluss: Konsolidierung der Ergebnisse in Italien
Den erfolgreichen Installationen und der Validierungsphase folgte am 19. und 20. November die Abschlusskonferenz des Projekts iWAYS. Die Veranstaltung brachte zahlreiche Schlüsselakteure sowie Vertreter der 19 Partner aus neun Ländern des Konsortiums zusammen. Präsentiert wurden die vielversprechenden Ergebnisse aus drei energie- und ressourcenintensiven industriellen Anwendungsfällen: Keramik, Chemie und Stahl.
Die Konferenz fand am modernisierten italienischen Standort von Ceramiche Keope statt, der als zentrales Demonstrationswerk für die Validierung der HPCE-Technologie im Keramiksektor dient. Projektkoordinator Prof. Luca Montorsi (UNIMORE) hob hervor, dass die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie große Herausforderungen in konkrete, replizierbare Lösungen überführt habe.
iWAYS leistet damit einen Beitrag zur wirtschaftlichen Resilienz der europäischen Industrie und stärkt ihre Wettbewerbsfähigkeit, indem die Rückgewinnung von Ressourcen maximiert wird.
Das Projekt hat erfolgreich gezeigt, dass die HPCE-Technologie – integriert mit fortschrittlichen Wasseraufbereitungssystemen und digitalen Entscheidungsplattformen (DSS) – industrielle Abgasströme in wertvolle Ressourcen umwandeln kann, und zwar in drei kritischen, verbrauchsintensiven Sektoren: Chemie, Stahl und Keramik.
Die Gesamtergebnisse belegen, dass das HPCE-System zur Rückgewinnung bislang ungenutzter Wärme entwickelt wurde und gleichzeitig den Frischwasserverbrauch deutlich reduziert. Besonders relevant ist zudem ein qualitativer Aspekt: Die in allen drei Demonstrationsfällen installierten HPCE-Einheiten erwiesen sich als „unsichtbar für den Produktionsprozess“, da sie effizient arbeiteten, ohne den laufenden Betrieb der Werke zu beeinträchtigen. An den jeweiligen Demonstrationsstandorten konnten ermutigende, quantifizierbare Ergebnisse erzielt werden.
Februar 2026 – keope.com
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