Wie sich der Immobilienmarkt in Europa verändert

(Mai 2026) – Italien hebt sich deutlich von den wichtigsten europäischen Märkten ab – sowohl durch das große Angebot an Immobilien auf dem Markt als auch durch die starke Anziehungskraft auf ausländische Käufer, die jede fünfte verkaufte Immobilie erwarben. Im Jahr 2025 verzeichnete Italien – wie aus der Ausgabe 2025 von Housing Insider – European Real Estate Insights, dem Bericht von REMAX Europe über die Entwicklungen der wichtigsten europäischen Immobilienmärkte, hervorgeht – rund 850.000 zum Verkauf stehende Immobilien, was 14 Wohnungen pro 1.000 Einwohner entspricht. Dies steht in starkem Kontrast zu Deutschland, wo das knappe Angebot den Markt auf lediglich drei Immobilien pro 1.000 Einwohner begrenzt.

 

Das große Immobilienangebot sorgt für mehr Stabilität auf dem italienischen Markt und ermöglicht es Käufern, sich in einem weniger wettbewerbsintensiven Umfeld als im übrigen Europa zu bewegen, wobei Qualität und Energieeffizienz zunehmend im Vordergrund stehen. „In Italien zeigen Käufer neue Wohnbedürfnisse, was zu einer steigenden Nachfrage nach hochwertigen Immobilien führt, insbesondere nach renovierten und energieeffizienten Objekten“, erklärt Dario Castiglia, CEO & Founder von REMAX Italia.

Während Italien einen vergleichsweise moderaten allgemeinen Preisanstieg von +2,7 % verzeichnete (Wohnungen: +3,4 %), zeigen andere europäische Märkte deutlich stärkere Spannungen aufgrund von Angebotsknappheit und fehlendem Neubau. In Portugal beispielsweise stiegen die Preise um 17 %, wobei das Wohnungssegment sogar um +20 % zulegte. In Spanien lag das Wachstum bei 10 %, mit Spitzenwerten von +15 % bei Wohnungen, während sich die Erholung in Deutschland auf 4 % beschränkte. Gegen den Trend entwickelte sich die Türkei mit einem Rückgang von 9 %, belastet durch sehr hohe Zinssätze.

Diese vergleichsweise stabile Situation auf dem italienischen Markt hat zu einem starken internationalen Interesse an italienischen Immobilien geführt. So wurde jede fünfte Immobilie von ausländischen Käufern erworben – ein Wert, der sich gegenüber den 11 % des Jahres 2024 nahezu verdoppelt hat. Damit konkurriert Italien mit Spanien als bevorzugtes Ziel für vermögende Investoren. In Italien lenken Marktstabilität und ein wettbewerbsfähiges Steuersystem die Investitionen nicht nur in Großstädte wie Rom und Mailand, sondern zunehmend auch in prestigeträchtige Tourismusregionen.

Während der italienische Kaufmarkt also eine Phase relativer Ruhe erlebt, gilt dies nicht für den Mietmarkt. Laut den im REMAX-Bericht analysierten Daten stiegen die Mieten 2025 deutlich an: Spanien (+9 %) und Italien (+7 %) führen die Liste der Mietsteigerungen an, gefolgt von Portugal (+6 %) und Deutschland (+2 %). Das moderatere Wachstum in Deutschland ist hauptsächlich auf regulatorische Beschränkungen und einen Markt zurückzuführen, der bereits seine Grenzen der Erschwinglichkeit erreicht hat.

Das stärkste Mietwachstum im Jahr 2025 hing eng mit den ursprünglichen Mietniveaus und den regulatorischen Rahmenbedingungen zusammen. In Märkten, in denen die Mieten bereits hoch waren, begrenzten Erschwinglichkeitsgrenzen und regulatorische Vorgaben weitere Beschleunigungen. Deutschland liefert das deutlichste Beispiel für diese Entwicklung. Die nationalen Mieten stiegen nur um 2 % (11 Euro pro Quadratmeter), wobei München um 4 % (23 Euro pro Quadratmeter) und Hamburg ebenfalls um 4 % (18 Euro pro Quadratmeter) zulegten, während Berlin einen Rückgang von 1 % (19 Euro pro Quadratmeter) verzeichnete. Unterschiede zwischen den Immobilientypen waren deutlich sichtbar: Die Wohnungsmieten stiegen landesweit um 5 %, während Einfamilienhäuser stabil blieben. In München erhöhten sich die Mieten für Häuser um 6 % gegenüber lediglich 1 % bei Wohnungen, während in Berlin die Wohnungsmieten um 5 % sanken, die Hausmieten jedoch um 2 % stiegen. Diese moderaten Bewegungen spiegelten bereits hohe Ausgangspreise wider, kombiniert mit regulatorischer Zurückhaltung in den wichtigsten städtischen Märkten, verstärkt durch die deutsche Mietpreisbremse, die weitere Erhöhungen begrenzt. Portugal hingegen verzeichnete einen landesweiten Mietanstieg von 6 % (12 Euro pro Quadratmeter), wobei sich je nach Immobilientyp unterschiedliche Dynamiken zeigten. Landesweit entwickelten sich Häuser besser als Wohnungen (7 % gegenüber 5 %), wobei der Unterschied besonders deutlich in Lissabon war: Dort stiegen die Mieten für Einfamilienhäuser um 7 %, während Wohnungen lediglich um 2 % zulegten. Lissabon verzeichnete insgesamt ein Wachstum von 5 % (20 Euro pro Quadratmeter), Porto stieg um 3 % (15 Euro pro Quadratmeter). Die anhaltende Nutzung von Kurzzeitvermietungen in einigen Stadtvierteln begrenzte zusätzlich das Angebot an langfristigen Mietwohnungen.

 

Italien zeigte einen ähnlichen Obergrenzeffekt in seiner teuersten Stadt. Die nationalen Mieten stiegen um 7 % (11 Euro pro Quadratmeter), allerdings legte Mailand nur um 3 % (17 Euro pro Quadratmeter) zu, während Rom einen Anstieg von 4 % (14 Euro pro Quadratmeter) verzeichnete. Obwohl die Wohnungsmieten landesweit um 8 % stiegen, verglichen mit 5 % bei Häusern, deutet das begrenzte Wachstum in Mailand darauf hin, dass der teuerste Mietmarkt des Landes zunehmend an Erschwinglichkeitsgrenzen stößt – stärker als günstigere Städte wie Neapel (+7 %, 10 Euro pro Quadratmeter).

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