Schwache, differenzierte Erholung der Bauwirtschaft in Europa

(Dezember 2025) | Der europäische Baumarkt durchlief in den Jahren 2024-2025 eine noch etwas instabile Phase mit einer von Land zu Land sehr heterogenen Dynamik. Auf der Makroebene wird Westeuropa nach wie vor negativ von der Schwäche Deutschlands und der politischen Instabilität Frankreichs beeinflusst, während die Nachfrage im Bauwesen weiterhin unter den hohen Zinsen leidet, die sich erst kürzlich stabilisiert haben.

 

Insbesondere der deutsche Wohnungsmarkt befindet sich seit mehr als zwei Jahren in einem deutlichen Abschwung. Im Jahr 2024 gingen die Investitionen um mehr als 5 % zurück, und auch für 2025 wird mit einem Minus (2,8 %) gerechnet. Im Laufe des Jahres 2025 gab es jedoch erste Anzeichen für eine Beruhigung: Bei den Baugenehmigungen zeigt sich eine Verlangsamung des Abwärtstrends und hinsichtlich der Aufträge an die Bauunternehmen geht es in allen Sektoren einschließlich des Wohnungsbaus in eine leicht positive Richtung. In Hinsicht auf die Preise ist der Anstieg bei den Wohnimmobilien moderater als das Einkommenswachstum, weshalb sich die Erschwinglichkeit allmählich verbessert. Die Aussichten für 2026-2027 deuten auf einen mäßigen Aufschwung hin, der unter anderem auf eine Zunahme der Baugenehmigungen und ein strukturelles Defizit beim Wohnungsangebot zurückzuführen ist.

Auch Frankreich erlebte im Zeitraum 2023-2024 eine tiefe Rezession, wobei die Wohnungsbauinvestitionen 2024 zurückgingen (-5,6 %) und 2025 stagnierten (-0,1 %). Die Entwicklung der Baugenehmigungen und der Baubeginne zeigt jedoch, dass der Rückgang im Jahr 2025 zum Stillstand gekommen ist und schwache Anzeichen für eine Erholung im Wohnungsneubau zu bemerken sind, wenn auch auf einem Niveau, das immer noch unter dem der Vorkrisenzeit liegt, während die Erwartungen für die Investitionen in Renovierungen solider erscheinen. An der Preisfront könnte die Tendenz zu einer höheren Moderation im Vergleich zu den Einkommen, die etwa in Deutschland bemerkbar ist, den Marktzugang begünstigen. Es wird erwartet, dass sich bei den Bauinvestitionen in Frankreich ab dem nächsten Jahr ein vorsichtiges Erholungsprofil abzeichnen wird.

 

 

Im Vereinigten Königreich endete das Jahr 2024 mit einem geringeren Rückgang als in Deutschland und Frankreich (-1,6 %), während für das Jahr 2025 wieder ein leichtes Wachstum auf dem britischen Markt erwartet wird (+1,6 %). Der Aufschwung wird durch die demografisch bedingte Wohnungsnachfrage und die öffentlichen Investitionen in den sozialen Wohnungsbau begünstigt, wenn auch der Kontext nach wie vor von Unsicherheit über die Finanzpolitik geprägt ist. Für den Zeitraum 2026-2027 wird mit einer Beschleunigung des Szenarios gerechnet, wobei der durchschnittliche jährliche Anstieg auf etwa +3 % geschätzt wird.

Spanien ist das Land, das in den letzten zwei Jahren die dynamischste Entwicklung unter den großen europäischen Märkten verzeichnen konnte. Im Jahr 2024 gab es einen Anstieg der Wohnungsbauinvestitionen (+2,1 %) und die für das Jahr 2025 erwartete Expansion ist mit knapp +5 % eine der stärksten in der Region. Der positive Zyklus wird durch Touristenströme, Zuwanderung und relativ günstigere makroökonomische Bedingungen begünstigt. Der Anstieg der Immobilienpreise führt jedoch zunehmend zu Erschwinglichkeitsproblemen. Für die Jahre 2026 und 2027 wird eine Verlangsamung erwartet, wobei das Aktivitätsniveau über dem europäischen Durchschnitt bleibt.

Vor dem Hintergrund der großen Unsicherheit steht angesichts der unterschiedlichen Intensität der Zyklen der einzelnen Länder wahrscheinlich eine Konsolidierung der Bauinvestitionen in Westeuropa bevor, wobei in den nächsten zwei Jahren insgesamt ein bescheidener Anstieg erwartet wird.

 

 

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