Der Ausgangspunkt war klar: Heute kann sich ein Lokal nicht mehr darauf beschränken, funktional oder ästhetisch wiedererkennbar zu sein. Es muss zu einem Ort werden, der Beständigkeit, Beziehungen und Erinnerungen schafft – ein Raum, in dem Menschen bleiben möchten, zu dem sie zurückkehren und mit dem sie sich identifizieren können.
Im Verlauf des Gesprächs trat eine stark interdisziplinäre Sicht auf den Beruf des Architekten hervor. Gegen den Trend zur extremen Spezialisierung betonte Lai die Rolle des Planers als „Regisseur“, der sich zwischen unterschiedlichen Maßstäben und Disziplinen bewegen kann: vom Entwurf eines Objekts bis zur Gestaltung großer kollektiver Räume. Der Maßstab verändert sich, nicht jedoch das planerische Prinzip.
Besonders bedeutend war die Reflexion über die Beziehung zwischen Entwurf und Materialität. Für Lai darf Design nicht nur eine theoretische Übung oder ein Bildkonzept sein: Es erfordert ein konkretes Wissen über Materialien, Konstruktion und Herstellungsprozesse. Architektur wurde als eine zutiefst menschliche Praxis beschrieben, die um Menschen und ihr Verhalten herum aufgebaut ist.
Der von Suite geförderte Dialog vermittelte somit ein Bild von Hospitality als komplexe kulturelle Erfahrung, in der Design und Gastfreundschaft miteinander verschmelzen. In einer Zeit, in der Restaurants, Hotels und öffentliche Räume nach neuen Identitäten suchen, war die Botschaft des Gesprächs eindeutig: Gut zu gestalten bedeutet vor allem, Menschen zu verstehen und Orte zu schaffen, an denen sie sich wohlfühlen können.
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