Die neue Norm ISO 17889-1, ein fortschrittlicher Standard | von Andrea Contri

Artikel veröffentlicht in: "Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Welt"

Immer mehr Planer, Bauunternehmen und Baustoffhersteller sind sich des unaufschiebbaren Bedarfs nach konkreten Maßnahmen zur Senkung der Umweltbelastung der Gebäude und zur Schaffung von nachhaltigeren Räumen für das menschliche Leben bewusst.

Baustoffe können mit ihren Produktionsprozessen und ihren verschiedenen Leistungen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, diese Ziele zu erreichen. Von besonderer Bedeutung ist daher die im vergangenen Juni durch die International Organization for Standardization (ISO) erfolgte Veröffentlichung des ersten weltweiten Standards zur Definition, was ein nachhaltiges Produkt ist, der die Keramikfliesen betrifft.

Die neue ISO-Norm wurde am Donnerstag, den 30 September bei Gelegenheit der Cersaie im Rahmen der Konferenz mit dem Titel „Nachhaltige Fliesen? Jetzt gibt es eine ISO-Norm“ präsentiert. An diesem Termin nahmen Andrea Contri von Confindustria Ceramica (Leiter und Koordinator der Expertengruppe, die den Standard ausgearbeitet hat), der den Aufbau der Norm und die verschiedenen Nachhaltigkeitsindikatoren erläuterte, Maria Chiara Bignozzi (Leiterin des Centro Ceramico und Professorin an der Universität Bologna), die eine Übung zur Anwendung der Norm auf das durchschnittliche italienische Fliesenprodukt präsentierte, und Marco Mari (Präsident von GBC Italia), der näher auf die potentielle Rolle der neuen Norm im Gebäudebewertungssystem einging, teil.

Die Norm ISO 17889-1:2021, Ceramic tiling systems — Sustainability for ceramic tiles and installation materials – Part 1: Specification for ceramic tiles stellt einen fortschrittlichen Standard bezüglich der Nachhaltigkeit bei den Bauprodukten dar. Darin werden die Nachhaltigkeitsanforderungen für die Keramikfliesen nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien erklärt. Im Standard ist zur Unterstützung der Zertifizierungssysteme auch die Beurteilung des erzielten Ratings vorgesehen, um sie vergleichen zu können. Außerdem ermöglicht er den Planern und Endkunden, Produkte zu wählen, die noch stärker zur Nachhaltigkeit der Gebäude beitragen können.

Dieser Standard steht auch im Einklang mit den von der UNO im Rahmen der Agenda 2030 festgelegten Zielen für Nachhaltige Entwicklung (SDGs). Im Detail ist vom Ziel Nummer 12 die Rede: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster.

Es ist vorgesehen, auch einen zweiten Teil der Norm zu verfassen, der im spezifischen an die Materialien zum Verlegen von Fliesen wie Kleber, Fugenmassen und Membranen angewendet wird.


Siehe auch Italienische Keramik, eine nachhaltige Wahl


 

Oktober 2021

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